Regionalbauernverband Mittweida e.V.
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26.02.2018

Die Landsenioren und der Wolf

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Nicht „Rotkäppchen und der Wolf“ war das Thema der diesjährigen Informationsveranstaltung der Mittweidaer Landsenioren, sondern die „Taktik des Wolfsschutzes in Sachsen. Im wieder gut gefüllten Saal des „Schulzenhofes“ in Zschoppelshain verdeutlichte Herr Kotzur, der Referent vom Landesjagdverband, die Strategie zum Umgang mit dem Wolf in Sachsen sowie in ganz Deutschland. Mit großem Erstaunen lauschten die Anwesenden seinen Ausführungen.

Herr Kotzur startete seinen Vortrag mit den Worten: „Der Wolf rennt nicht weg vorm Menschen“! Man soll Abstand halten und sich entfernen, so sein Rat. In einem kurzen historischen Abriss zum Umgang bzw. Schutz des Wolfes machte Herr Kotzur deutlich, dass es durch die verschiedenen staatlichen Systeme im Laufe der Zeit auch einen unterschiedlichen Schutzstatus des Wolfes gab. In der BRD in den 80iger Jahren streng geschützt, durfte der Wolf in der DDR mit Begründung geschossen werden. Durch die Wiedervereinigung wurde dann auch die Rechtsordnung der BRD übernommen und der Wolf stand unter Schutz! 2010 erfolgte sogar die Aufnahme des Wolfes in das Sächsische Jagdgesetz mit strengster Unterschutzstellung und dementsprechender Strafe bei Nichtbeachtung.

Im europäischen Recht geht es aber eigentlich um die Unterschutzstellung des Europäischen Grauwolfes. In Sachsen gab es durch die Nähe zu Polen schon immer Wölfe, so Herr Kotzur. Es erfolgte im Laufe der Jahre eine Vermischung von Wolf und Hund - sogenannte Hybriden - entstanden. Die Wölfe also, die in Deutschland vorhanden sind, sind demnach keine echten Europäischen Grauwölfe und die strenge Unterschutzstellung entbehrt daher jeglicher Grundlage. In keinem anderen europäischen Land ist der Wolfsschutz so hoch wie in Deutschland! Die Tatsache, dass die Wölfe nicht scheu sind in Deutschland, ist dem geschuldet, dass da ja auch Hund drin steckt und der ist nicht scheu. Bei wilden Wölfen ist das anders.

Herr Kotzur berichtete zum Wolfsmonitoring, dass sich Wölfe eigentlich gar nicht zählen lassen. Sie wechseln die Reviere, wie sie wollen. Und da sie nicht mehr gechipt werden dürfen, kann man auch nicht feststellen, wer schon gezählt wurde.
Die zahlreichen Schutzbehauptungen der Lobbyisten zum Verhalten der Wölfe - wie Wölfe meiden Siedlungen, Wölfe töten nur schwache und kranke Tiere und weil sie Hunger haben, Weidetiere können durch geeignete Maßnahmen geschützt werden oder wir haben verlernt, mit Wölfen zu leben - können von Kennern der Wolfsproblematik schon lange widerlegt werden.

Das mit dem Wolf einhergehende Konfliktpotential gegenüber unseren Weidetierhalter, den Landnutzern und Grundeigentümern muss in kalkulierbaren Grenzen gehalten werden. Es besteht nun die Forderung, dass gerade die Weidetierhaltung Kernanliegen des Naturschutzes sein muss und nicht dem Wolfsschutz untergeordnet werden darf.

Familie Spiller aus Erlau präsentierte ebenfalls an diesem Nachmittag im „Schulzenhof“ ein Hobby der ganz besonderen Art. Sie beschäftigen sich mit einer speziellen Kratztechnik bei Ostereiern. Sie hatten sehr schöne Kunstwerke dabei. Vielen Dank den Beiden!

Für die Senioren war es wieder ein überaus informativer und aufklärender Nachmittag mit geselligem Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.

Petra Schönfeld
Landseniorenvereinigung Mittweida e.V.



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