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21.01.2025
Wettbewerbsnachteil Agrardiesel
Die von der Bundesregierung im vergangenen Jahr beschlossene Streichung der Agrardieselerstattung hatte für uns Bauern das Fass zum Überlaufen gebracht und heftige Proteste ausgelöst.
Der schrittweise Wegfall der Erstattung verschärft den ohnehin schon erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber den großen Agrar-Exporteuren noch weiter. Russland, Ukraine, USA, Kanada und Frankreich haben schon jetzt allein beim Agrardiesel einen Kostenvorteil zwischen 30 und 110 Euro je Hektar! Durch die komplette Streichung ab 2026 wird sich der Abstand auf bis zu 124 €/ha erhöhen. Hinzu kommen auch noch deutlich niedrigere Kosten für Dünger, Löhne und Pachten in diesen Ländern. Unsere Wettbewerbsfähigkeit wird zukünftig noch weiter sinken.
In diesem Zusammenhang ist es schon bemerkenswert, dass die Bundesregierung auch weiterhin auf die Erhebung einer Kerosinsteuer verzichtet. Damit entgehen ihr jährlich rund 7,5 Mrd. Euro Steuereinnahmen. Begründet wird der Verzicht damit, dass durch eine Kerosinsteuer deutsche Flughäfen im internationalen Wettbewerb benachteiligt wären. Man höre und staune! Beim Agrardiesel spielt dieses Argument hingegen keine Rolle.
Urlaubsflugreisen bleiben damit auch weiter kerosinsteuerfrei, während wir den Diesel, den wir für die Erzeugung von Lebensmitteln verbrauchen, zukünftig voll versteuern sollen! Ist das den Bauern gegenüber gerecht? Von der neuen Bundesregierung erwarten wir die Rücknahme der beschlossenen Streichung!