9. Oktober 2025
Gut für Verbraucher – schlecht für Milchbauern
Mitte September haben die großen Handelsketten den Preis für eine 250-Gramm-Packung Deutscher Markenbutter ihrer Eigenmarken von 1,99 € auf 1,79 € gesenkt. Eine Handelskette ist vorgeprescht und alle anderen sind gefolgt. Ende September wurde der Preis nochmals um 30 Cent auf nun nur noch 1,49 € je Stück gesenkt. 50 Cent Preisrückgang in gerade mal 2 Wochen. Das entspricht einer Preissenkung von 25 Prozent.
Das Herz der Verbraucher lacht, dass der Milchbauern bricht! Wie war das möglich?
Vor der Verkündung der 1. Preissenkung ist eine der großen Handelsketten an verschiedene Molkereien herangetreten und hat Preissenkungen trotz noch laufender Lieferverträge gefordert. Begründung: Man wolle eine Werbeaktion starten und Deutsche Markenbutter für 1,69 € das Stück verkaufen, statt wie bisher für 1,99 €. Der Handelspreis zwischen Molkereien und Lebensmittelhandel lag zu diesem Zeitpunkt bei 7,60 € je Kilogramm. Das entspricht einem Stückpreis (250 g) von 1,90 €. Da der Verkauf unter Einstandspreis „verboten“ ist, sollten die Molkereien ihren Abgabepreis auf 6,50 € je kg senken, um den Weg für die Schnäppchenangebote zu ebnen. Die Molkereien verweigerten dies zunächst mit dem Verweis auf gültige vertragliche Vereinbarungen! Darauf betonte das Handelsunternehmen, dass man die Molkereien beim nächsten Vertragsabschluss nicht wieder berücksichtigen müsse oder die Mengen kürzen werde. Den Molkereien blieb nichts weiter übrig, als die Preisforderungen zu akzeptieren. Keine der anderen Handelsketten wollte dem nachstehen, alle zogen natürlich nach und setzten den Molkereien die Pistole auf die Brust. Wenige Tage später folgte noch einmal das gleiche Spiel. Nun lag die Preisforderung der Handelsketten bei 5,50 € je kg, damit sie die Butter im Geschäft für 1,49 € verkaufen konnten, ohne kartellrechtlich beanstandet werden zu können.
Das geschilderte Vorgehen betrifft die gängige und deutschlandweite Handelspraxis. Der vermeintliche Handelserfolg wird werbewirksam an die Verbraucher verkündet: „…man wolle die gefallenen Rohstoffpreise an die Endverbraucher weitergeben…“
Der Butterpreis ist nicht einfach nur gesunken, wie es in den Medien harmlos dargestellt wurde, sondern er ist von den mächtigen Handelsketten gnadenlos nach unten gedrückt worden. Man könnte das Vorgehen auch Erpressung nennen!
Und warum? Der Preis für ein Stück Butter ist ein Indikatorpreis mit einer Sogwirkung. Sinkt der Preis, strömen die wohlerzogenen Verbraucher in die Märkte und kaufen Butter und greifen „nebenbei“ noch zu vielen anderen Dingen…
Den Verbraucher freut´s und die Milcherzeuger, als Letzter in der Wertschöpfungskette, haben das Nachsehen. In der Konsequenz werden die Milchpreise nach einem kurzen Hoch wieder sinken. Die meisten Molkereien haben schon einen deutlichen Rückgang der Auszahlungspreise angekündigt.
Als wenn dies nicht schon alles schlimm genug wäre, drohen die Handelsketten den Molkereien auch mit zusätzlichen Vertragstrafen und berufen sich hierbei auf die eigentlich zuvor einseitig ausgehebelten Verträge. Die deutliche Preissenkung hat auf der Verbraucherseite zu einer massiven Steigerung der Nachfrage geführt. Butter wird gehamstert und wie Goldbarren in der Gefriertruhe geschichtet. Kann die Milchkuh des Landwirtes und die Molkerei die Nachfrage nicht bedienen, erhebt der Handel Strafzahlungen.
Die Krone der Perversion sind dann Aktionen, wie: „Ein Herz für Landwirte“. Hier übertreffen sich die Handelskonzerne mit werbewirksamen Botschaften zur Nachhaltigkeit, zur Regionalität und in der Bauernliebe – also in all den Bereichen, die man zuvor bewusst für einige Prozentpunkte mehr Umsatz und Rendite ruiniert hat.
Als Landwirte fragen wir uns manchmal, warum frühmorgens aufstehen, die Tiere versorgen, die Auflagen und die Bürokratie erfüllen und am Ende des Tages noch Geld mitbringen, nur damit das Stück Butter 30 oder 50 Cent weniger kostet. Wir reden von einem Stück Butter, dass den meisten Familien eine ganze Woche ausreicht.
So lange das Kartellamt nicht endlich die Marktmacht der großen Ketten wirksam beschränkt, wird es vermutlich auch zukünftig immer wieder ähnliche Fälle geben und immer mehr Kühe werden die Höfe verlassen.
Mitte September haben die großen Handelsketten den Preis für eine 250-Gramm-Packung Deutscher Markenbutter ihrer Eigenmarken von 1,99 € auf 1,79 € gesenkt. Eine Handelskette ist vorgeprescht und alle anderen sind gefolgt. Ende September wurde der Preis nochmals um 30 Cent auf nun nur noch 1,49 € je Stück gesenkt. 50 Cent Preisrückgang in gerade mal 2 Wochen. Das entspricht einer Preissenkung von 25 Prozent.
Das Herz der Verbraucher lacht, dass der Milchbauern bricht! Wie war das möglich?
Vor der Verkündung der 1. Preissenkung ist eine der großen Handelsketten an verschiedene Molkereien herangetreten und hat Preissenkungen trotz noch laufender Lieferverträge gefordert. Begründung: Man wolle eine Werbeaktion starten und Deutsche Markenbutter für 1,69 € das Stück verkaufen, statt wie bisher für 1,99 €. Der Handelspreis zwischen Molkereien und Lebensmittelhandel lag zu diesem Zeitpunkt bei 7,60 € je Kilogramm. Das entspricht einem Stückpreis (250 g) von 1,90 €. Da der Verkauf unter Einstandspreis „verboten“ ist, sollten die Molkereien ihren Abgabepreis auf 6,50 € je kg senken, um den Weg für die Schnäppchenangebote zu ebnen. Die Molkereien verweigerten dies zunächst mit dem Verweis auf gültige vertragliche Vereinbarungen! Darauf betonte das Handelsunternehmen, dass man die Molkereien beim nächsten Vertragsabschluss nicht wieder berücksichtigen müsse oder die Mengen kürzen werde. Den Molkereien blieb nichts weiter übrig, als die Preisforderungen zu akzeptieren. Keine der anderen Handelsketten wollte dem nachstehen, alle zogen natürlich nach und setzten den Molkereien die Pistole auf die Brust. Wenige Tage später folgte noch einmal das gleiche Spiel. Nun lag die Preisforderung der Handelsketten bei 5,50 € je kg, damit sie die Butter im Geschäft für 1,49 € verkaufen konnten, ohne kartellrechtlich beanstandet werden zu können.
Das geschilderte Vorgehen betrifft die gängige und deutschlandweite Handelspraxis. Der vermeintliche Handelserfolg wird werbewirksam an die Verbraucher verkündet: „…man wolle die gefallenen Rohstoffpreise an die Endverbraucher weitergeben…“
Der Butterpreis ist nicht einfach nur gesunken, wie es in den Medien harmlos dargestellt wurde, sondern er ist von den mächtigen Handelsketten gnadenlos nach unten gedrückt worden. Man könnte das Vorgehen auch Erpressung nennen!
Und warum? Der Preis für ein Stück Butter ist ein Indikatorpreis mit einer Sogwirkung. Sinkt der Preis, strömen die wohlerzogenen Verbraucher in die Märkte und kaufen Butter und greifen „nebenbei“ noch zu vielen anderen Dingen…
Den Verbraucher freut´s und die Milcherzeuger, als Letzter in der Wertschöpfungskette, haben das Nachsehen. In der Konsequenz werden die Milchpreise nach einem kurzen Hoch wieder sinken. Die meisten Molkereien haben schon einen deutlichen Rückgang der Auszahlungspreise angekündigt.
Als wenn dies nicht schon alles schlimm genug wäre, drohen die Handelsketten den Molkereien auch mit zusätzlichen Vertragstrafen und berufen sich hierbei auf die eigentlich zuvor einseitig ausgehebelten Verträge. Die deutliche Preissenkung hat auf der Verbraucherseite zu einer massiven Steigerung der Nachfrage geführt. Butter wird gehamstert und wie Goldbarren in der Gefriertruhe geschichtet. Kann die Milchkuh des Landwirtes und die Molkerei die Nachfrage nicht bedienen, erhebt der Handel Strafzahlungen.
Die Krone der Perversion sind dann Aktionen, wie: „Ein Herz für Landwirte“. Hier übertreffen sich die Handelskonzerne mit werbewirksamen Botschaften zur Nachhaltigkeit, zur Regionalität und in der Bauernliebe – also in all den Bereichen, die man zuvor bewusst für einige Prozentpunkte mehr Umsatz und Rendite ruiniert hat.
Als Landwirte fragen wir uns manchmal, warum frühmorgens aufstehen, die Tiere versorgen, die Auflagen und die Bürokratie erfüllen und am Ende des Tages noch Geld mitbringen, nur damit das Stück Butter 30 oder 50 Cent weniger kostet. Wir reden von einem Stück Butter, dass den meisten Familien eine ganze Woche ausreicht.
So lange das Kartellamt nicht endlich die Marktmacht der großen Ketten wirksam beschränkt, wird es vermutlich auch zukünftig immer wieder ähnliche Fälle geben und immer mehr Kühe werden die Höfe verlassen.
